Anders als bei einer einzelnen, bundesweit einheitlichen Bausparkasse verbirgt sich hinter „LBS" ein Verbund von acht eigenständigen Landesbausparkassen, die jeweils an eine oder mehrere Sparkassen in ihrer Region gebunden sind. Das bedeutet: Die tatsächlichen Konditionen hängen davon ab, in welcher Region Sie einen LBS-Vertrag abschließen.
Warum unterscheiden sich die LBS-Konditionen je nach Region?
Jede der acht Landesbausparkassen ist ein eigenständiges Unternehmen mit eigenen Tarifen, da die LBS im Gegensatz zu privaten Bausparkassen nicht bundesweit im direkten Wettbewerb miteinander stehen, sondern jeweils für eine bestimmte Region zuständig sind. Wer in Bayern einen LBS-Vertrag abschließt, bekommt daher andere Tarifbezeichnungen und teils andere Konditionen als jemand, der über die LBS Ost oder LBS Süd abschließt — ein direkter Tarifvergleich ist deshalb nur innerhalb derselben Region sinnvoll.
Trotz dieser regionalen Unterschiede gelten einige Eckdaten weitgehend einheitlich: Die Abschlussgebühr liegt meist bei 1,6 Prozent der Bausparsumme, in einzelnen Regionen auch bei 1 Prozent. Zur Zuteilung ist üblicherweise ein Mindestguthaben von 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme erforderlich, abhängig vom gewählten Tarif. Manche Tarife erheben zusätzlich ein Jahresentgelt in der Ansparphase von rund 0,30 Euro pro 1.000 Euro Bausparsumme (meist gedeckelt auf 30 Euro) sowie ein Agio von 2 Prozent auf das tatsächlich ausgezahlte Bauspardarlehen.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Struktur | 8 eigenständige Landesbausparkassen |
| Guthabenzins | 0,01–1,25 % p.a. je nach Region/Tarif |
| Darlehenszins | ab rund 0,25 % p.a. je nach Tarif |
| Abschlussgebühr | meist 1,6 % der Bausparsumme |
| Mindestguthaben zur Zuteilung | 30–50 % je nach Tarif |
| Vertriebsweg | über die jeweils zugehörige Sparkasse |
| Trägerschaft | Bundesländer bzw. Sparkassenorganisation |
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins beim LBS-Bauspardarlehen?
Der Sollzins gibt an, zu welchem reinen Zinssatz das Bauspardarlehen verzinst wird — bei einzelnen LBS-Modernisierungstarifen liegt dieser Wert aktuell bei nur 0,25 Prozent. Der effektive Jahreszins schließt zusätzlich Nebenkosten wie die Abschlussgebühr, das Agio und Grundschuldeintragungskosten ein und liegt deshalb deutlich höher, in einem Beispielfall bei rund 1,63 Prozent. Für einen fairen Vergleich zwischen verschiedenen Angeboten sollten Sie stets den effektiven Jahreszins gegenüberstellen, nicht nur den nominalen Sollzins.
Für die LBS spricht
- Enge Anbindung an die jeweilige Sparkasse, oft mit persönlicher Beratung vor Ort
- Einige Modernisierungstarife mit sehr niedrigem Sollzins
- Kombination mit Wohnungsbauprämie, Wohn-Riester und Arbeitnehmersparzulage möglich
- Zeitlich befristete Neukundenboni für unter 25-Jährige in mehreren Regionen
Gegen die LBS spricht
- Konditionen nicht bundesweit einheitlich, Vergleich nur innerhalb der eigenen Region sinnvoll
- Abschlussgebühr mit meist 1,6 % am oberen Ende der Marktspanne
- Zusätzliches Agio auf das Bauspardarlehen in mehreren Tarifen
Für wen eignet sich ein Bausparvertrag bei der LBS?
Besonders für Kundinnen und Kunden, die bereits ein Konto bei einer Sparkasse führen und die Bauspar-Beratung direkt mit ihrer bestehenden Bankbeziehung verknüpfen möchten. Wer bundesweit einheitliche Konditionen ohne regionale Unterschiede sucht, sollte zusätzlich Schwäbisch Hall oder BHW Bausparkasse vergleichen.
Häufige Fragen
Warum unterscheiden sich LBS-Konditionen je nach Bundesland?
Weil hinter „LBS" acht eigenständige, regional zuständige Landesbausparkassen stehen, die jeweils eigene Tarife führen und nicht bundesweit im direkten Wettbewerb zueinander stehen.
Was bedeutet das Agio beim LBS-Bauspardarlehen?
Ein einmaliger Aufschlag von häufig 2 Prozent auf den tatsächlich ausgezahlten Darlehensbetrag, der zusätzlich zur Abschlussgebühr anfällt und den effektiven Jahreszins gegenüber dem reinen Sollzins erhöht.